Adolf Hofer

Sattlergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1901    † 1943

 

Lebenslauf

Adolf Hofer wurde am 22..5.1901 in Pinkafeld geboren. Er war Sattlergehilfe.

Mitglied der KPÖ, Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Adolf Hofer war seit Herbst 1939 Mitglied der KPÖ. Er wurde am 7.7.1941 verhaftet und am 11.8.1942 zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung erfolgte am 16.3.1943 im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte Adolf Hofer wurde im Herbst 1939 von dem ihm als Marxisten bekannten Dreher Hermann Friesl für die KPÖ gewonnen. (…) Auf Friesls Weisung entfaltete der Angeklagte Adolf Hofer eine eifrige Werbetätigkeit und gewann im Herbst 1939 seinen Arbeitskameraden, den Weber Alfred Hofer, im Januar oder Februar 1940 den Weber [Josef] Catomio und im Januar 1941 den Maurergehilfen Johann Untenecker als neue Mitglieder. (…) Adolf Hofer wurde bald der Vertreter des Zellenleiters Friesl und dessen rechte Hand. (…) Es hat sich bei der .berfüllung des Gefängnisses in Graz nicht vermeiden lassen, dass die Angeklagten und die gleichfalls inhaftierten Mitschuldigen, zu denen auch [Stefan] Avar gehört, Verständigungsmöglichkeiten gefunden und sich verabredet haben, wie sie sich in der Hauptverhandlung verteidigen sollen. Auf diese Weise erklären sich spätere Abschwächungen polizeilicher und richterlicher Geständnisse.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise